
Verständlicherweise stellen sich viele Interessenten für eine Eigentumswohnung die Frage, welche Nebenkosten mit dieser verbunden sind. Oftmals sind es ein kostengünstiges Wohnen und der Wunsch nach einer guten Altersvorsorge, was potenzielle Käufer mit Wohneigentum verbinden. Zahlt der Mieter gewöhnlich die Kaltmiete plus die Nebenkosten, welche dann gemeinsam die Warmmiete ausmachen, ist es bei der Eigentumswohnung das Hausgeld. Ob dieses monatlich oder jährlich zu entrichten ist, erfahren Sie in diesem ersten Blogbeitrag aus der Reihe „FAQ“.
Praktisch zahlt man das Hausgeld monatlich
Wenn Sie Ausschau nach einer Eigentumswohnung halten, sollten Sie unter anderem prüfen, welches monatliche Hausgeld zu entrichten ist und wie gut die Instandhaltungsrücklage der Wohnungseigentümergemeinschaft gefüllt ist. In den Exposés ist immer der Betrag angegeben, den man monatlich auf das WEG-Konto der Eigentümergemeinschaft zahlen muss. Die Höhe setzen der Wirtschaftsplan sowie die Miteigentumsanteile, die man zusammen mit dem Sondereigentum erwirbt, fest. Dabei muss man jedoch bedenken, dass die monatlichen Zahlungen nur Vorauszahlungen – ähnlich einer Abschlagszahlung wie für Strom oder Gas – darstellen.
Das Hausgeld wird pro Wirtschaftsjahr abgerechnet

Am Ende eines Wirtschaftsjahres wird abgerechnet. Dies ist Aufgabe der Hausverwaltung, welche die Jahresabrechnung, bestehend aus Gesamtabrechnung und Einzelabrechnungen, erstellt. Hier kann es zu sogenannten Abrechnungsspitzen kommen. Entweder muss man etwas nachzahlen oder man erhält eine Rückerstattung. In der Praxis ist es sehr unwahrscheinlich, dass man genau auf den Wert € 0,00 kommt, denn der Wirtschaftsplan ist immer nur eine Schätzung. Die Jahresabrechnung sollten Sie sehr genau prüfen, denn dort können sich leicht Fehler einschleichen und man erkennt mögliche Kostentreiber. Auch die Entwicklung der Instandhaltungsrücklage ist ein wichtiger Prüfpunkt. So ist es verständlich, dass viele WEGs einen Belegprüfer bestellen, der die Unterlagen bei der Hausverwaltung einsieht und einer Überprüfung unterzieht. Oftmals handelt es sich um ein Mitglied aus dem Verwaltungsbeirat.
Wenn die monatlichen Hausgeldzahlungen zu hoch werden

Ein günstiges Wohnen setzt in der Regel voraus, dass das Hausgeld sowie alle weiteren Kosten auf einem angemessenen Niveau bleibt. Die laufenden Kosten – in etwa für Dienstleister wie Gartendienst oder Hausmeisterservice – sollten unter Kontrolle bleiben. Gleiches gilt für die Versicherungen. Und für den Anteil, welcher der Zuführung zur Instandhaltungsrücklage dient, gibt es die sogenannte Peterssche Formel, mit der ein empfehlenswerter Betrag gefunden werden kann. Tipp: Unseriöse Hausverwalter erkennt man oftmals daran, dass unter ihrer Verwaltung die Kosten erheblich ansteigen und damit das monatlich zu entrichtende Hausgeld signifikant höher angesetzt wird, ohne dass das Gemeinschaftseigentum davon profitiert. Ein ein guter (und günstiger) Gartendienst möchte nach Ablauf der Vertragszeit nicht mehr mit dem Verwalter zusammenarbeiten, sodass auf einen teureren Anbieter ausgewichen werden muss. Der WEG-Verwalter war vielleicht wenig kooperativ und hat durch Untätigkeit einen übergriffigen Beirat die Mitarbeiter des Gartendienstes schikanieren sowie durch diesen unerlaubterweise Arbeitsabnahmen durchführen lassen. Auch neigen schlechte Verwaltungen dazu, ihre Verwaltergebühren regelmäßig zu erhöhen und zeigen wenig Motivation, gegen nicht zahlende Miteigentümer vozugehen.
Die Antwort kurz und knapp
Hausgeldzahlungen zahlt man als Besitzer einer Eigentumswohnung auf monatlicher Basis. Abgerechnet wird einmal pro Jahr. Dann ist eine Nachzahlung oder eine Rückerstattung möglich. Man kann die Hausgeldzahlungen also mit den üblichen Abschlagszahlungen für Gas und Strom pro Monat vergleichen.
Weitere FAQ zur monatlichen Hausgeldzahlung
Wird Hausgeld monatlich oder jährlich bezahlt?

Das Hausgeld für eine Eigentumswohnung wird monatlich bezahlt und zwar in Form einer Vorauszahlung. Nach dem Ablauf des Wirtschaftsjahres erstellt die Hausverwaltung eine Hausgeldabrechnung. Mehr zum Hausgeld
Wie viel Hausgeld zahlt man pro Monat?

Die Höhe des Hausgeldes ist ganz individuell und abhängig von der konkreten Eigentumswohnung. Üblicherweise rechnet man im Durchschnitt mit etwa EUR 3,00 pro qm und Monat. Ideen mit denen man Hausgeld sparen kann
Wie hoch ist das durchschnittliche Hausgeld?
Durchschnittlich kalkuliert man mit einem Hausgeld in Höhe von ca. EUR 3,00 pro qm und Monat. Bei Abweichungen nach oben müssen Sie unbedingt die Ursachen prüfen. Tipps bei einem zu hohen Hausgeld
Sind die Nebenkosten im Hausgeld enthalten?
Im Hausgeld sind die meisten Nebenkosten enthalten. Nicht enthalten sind jedoch die Grundsteuer und Strom für das Sondereigentum. Bei einer Gasetagenheizung sind die Heizkosten nicht Teil des Hausgeldes. Mehr zu den Nebenkosten einer Mietwohnung
Wie viel Prozent des Hausgeldes ist auf den Mieter umlegbar?
Das volle Hausgeld kann nie auf den Mieter umgelegt werden. Verwaltungs- und Instandhaltungskosten dürfen nicht in Rechnung gestellt werden. Ganz allgemein geht man von etwa 60 Prozent Hausgeld aus, die umlegbar sind. Umlegbare Positionen im Überblick
Warum ist das Hausgeld so hoch?
Warum Ihr Hausgeld so hoch ist, kann auf verschiedenste Ursachen zurückgeführt werden. Nicht selten liegt es an einer schlechten Hausverwaltung oder an einem Sanierungsstau, der über mehrere Jahre entstanden ist. Warum Ihr Hausgeld zu hoch sein könnte, erfahren Sie hier
Wie wird das Hausgeld berechnet?
Das Hausgeld berechnet sich aus den zu dem Sondereigentum (Eigentumswohnung) gehörenden Miteigentumsanteilen (MEA). Man zahlt einen Anteil der gesamten Ausgaben für das Gemeinschaftseigentum der WEG. Mehr zu den Miteigentumsanteilen
Über den Autor
Als Diplom-Ingenieur mit zusätzlichem MBA-Abschluss bringt Till Tauber die erforderlichen Kenntnisse mit, um wirtschaftliche und verwaltungstechnische Fragestellungen zur Immobilie aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Neben der Betreuung des Bewerbungsportals TT Bewerbungsservice schreibt er regelmäßig für Hausverwaltung-Ratgeber.de. Dabei stehen vor allem praxisnahe Tipps und Hilfen für Eigentümer sowie für Mieter im Vordergrund.