
Wenn man über mehrere Jahre hinweg Besitzer einer Eigentumswohnung ist, kommt man an dem ein oder anderen Verwalterwechsel kaum vorbei. Jede Wohnungseigentümergemeinschaft benötigt gemäß dem WEG (Wohnungseigentumsgesetz) einen Verwalter – wobei es egal ist, ob man als WEG die Verwaltung selbst in die Hand nimmt oder einen professionellen Hausverwalter bestellt. Professionelle Hausverwaltungen kommen und gehen. So gibt es verschiedenste Gründe für einen Verwalterwechsel. Mal ist man als WEG (Wohnungseigentümergemeinschaft) mit der Leistung der Hausverwaltung nicht zufrieden und verlängert den Vertrag nicht, mal möchte sich eine Hausverwaltung verkleinern und verlängert ihrerseits keine Verträge mehr. Besonders unschön ist es, wenn es zu einem Verwalterwechsel kommt, weil die WEG einem Hausverwalter aufgrund besonders schwerer Pflichtverletzungen im Rahmen einer außerordentlichen Eigentümerversammlung abberufen und kündigen muss. Unseriöse Hausverwaltungen gibt es in Deutschland leider viel zu viele und einige WEGs haben sogar doppelt Pech, wenn sie sich von einem schlechten Verwalter trennen, um in Anschluss wieder an einen unseriösen Vertreter dieses Wirtschaftszweiges zu geraten. Unseriöse Hausverwalter haben sich über die Jahre hinweg bestimmte Strategien überlegt, um ihr Unwesen treiben zu können und gucken sich durchaus von anderen Verwaltern bestimmte Vorgehensweisen ab. In diesen Artikel wollen wir ein paar dieser Strategien beleuchten und die dahinterstehende Denkweise vermitteln.
Inhaltsverzeichnis
Leider lernen unseriöse Verwalter voneinander viel und scheinen auch Tipps von Generation zu Generation weiterzugeben. Wer diese als Eigentümer kennt, kann unter Umständen rechtzeitig gegensteuern, damit die eigene Wohnung nicht immens an Wert verliert und das Hausgeld in die Höhe schießt.
Das Geschäftsmodell unseriöser WEG-Verwalter in Regionen mit zu wenig Hausverwaltungen.

Der durch günstige Zinsen ausgelöste Immobilienboom in Deutschland findet vor allem in den großen Städten und Ballungsräumen – inklusive den sogenannten „Speckgürteln“- statt. Daher verwundert es nicht, dass der Konkurrenzkampf unter den Hausverwaltungen genau dort am größten ist. Wer zu viele größere Wohnungseigentümergemeinschaften verliert und nicht ausreichend neue akquirieren kann, verschwindet leicht vom Markt. Dementsprechend müssen die Kunden, also die Miteigentümer der WEGs, zufriedengestellt werden, um ausreichend Umsatz zu generieren. Dabei sind die Nebenkosten von Hausverwaltungen in teuren Städten nicht zu vernachlässigen (höhere Mieten, Gehälter und teurere Dienstleistungen im Allgemeinen), sodass der Verlust einer größeren WEG mit z. B. über Hundert Wohnungen einer kleineren wirtschaftlichen Katastrophe gleichkommen kann.
Im ländlichen Raum ist dies mitunter ganz anderes und unseriöse Hausverwaltungen haben dort teilweise einen noch besseren Nährboden, um ihre schlechten Dienstleistungen überteuert und ohne echten Mehrwert für irgendeine WEG anzubieten.
Die fragwürdigen Geschäftsmodelle unseriöser Hausverwalter funktionieren vor allem dort, wo die Eigentümer sich wenig mit dem WEG auseinandergesetzt haben und nicht wirklich wissen, was ordnungsgemäße Verwaltung ist. Naivität und Obrigkeitshörigkeit sind in diesem Zusammenhang ebenfalls Faktoren, die eine Rolle spielen.
Die Strategie schlechter Hausverwaltungen: Schritt für Schritt!

- Man geht in die Akquise und versucht durch möglichst viele Wohnungseigentümergemeinschaften als Verwalter bestellt zu werden. („Organisiere neue WEGs – auch, wenn Du Deine Dienstleitung verramschst. Der Preis spielt keine Rolle, denn viel Arbeit wirst Du ohnehin nicht haben!“)
- In der ersten Eigentümerversammlung mit der neuen WEG verweist man darauf, wie schlecht die alte Verwaltung war und dass die Verwaltungsunterlagen in einem schlechten Zustand übergeben worden seien. Nun werde alles besser. („Mache den Vorgänger schlecht und verspreche der Eigentümergemeinschaft viel. Rede den Leuten nach dem Mund!“)
- Man kümmert sich nicht um seine Aufgaben als Hausverwaltung und lässt alles schleifen. Die Eigentümer werden eingelullt und als Hausverwalter redet man einfach viel, ohne sich konkret festzulegen. Auskünfte werden nur telefonisch gegeben (sofern man nicht auf diesen unfairen Trick setzt), damit sich keiner darauf berufen kann. E-Mails werden gar nicht oder nur ganz oberflächlich beantwortet. („Rede viel, sei freundlich und mache möglichst wenig.“)
- Kommt es zu Kritik, benötigt man als Hausverwalter nun Verbündete. Dafür eigenen sich Miteigentümer, die wenig Rückgrat zeigen und für jedes bisschen gefühlte „Macht“ viel tun würden. Solche Wohnungseigentümer eigenen sich für die Rolle eines Verwaltungsbeirates besonders gut. Man kann ihnen auch gefühlt „wichtige Aufgaben“ rund um die Anlage geben – ganz gleich, ob dies erlaubt ist oder nicht. Es fällt sowieso nicht auf. Diese Eigentümer kann man insbesondere für Eigentümerversammlungen instrumentalisieren und schafft es manchmal mit deren Hilfe, kritische Stimmen ruhigzustellen oder die gewünschten Mehrheiten zu erzeugen. („Suche Dir ein paar dumme sowie dominante Eigentümer und ziehe sie auf Deine Seite. Am besten sorgst Du dafür, dass diese Beirat und Rechnungsprüfer werden!“)
Unseriöse Hausverwaltungen sind vor allem untätig und ihr Geld nicht wert. Die Aufgaben einer Hausverwaltung werden soweit wie möglich vermieden. Stattdessen wird viel geredet und leider auch viel gelogen. Bei der Erstellung von Wirtschaftsplänen, Jahresabrechnungen und Protokollen zu Eigentümerversammlungen wird geschludert, falls diese überhaupt erstellt werden. - Kümmert man sich nicht um die Umsetzung von Beschlüssen oder um das Erzielen wichtiger Beschlüsse rund um die Instandhaltung der Immobilien, ist das schlichtweg egal, denn die anderen sind immer schuld! Als WEG-Verwalter kann man immer wieder die Handwerker und sonstigen Dienstleister für die eigene Untätigkeit verantwortlich machen. Der Hinweis, dass man – trotz Aufforderung – keine Angeboten erhalten habe, ist meistens ein guter Ansatz, um die Eigentümer ruhigzustellen. („Die anderen sind immer schuld, denn sie können sich nicht wehren und keiner kann in einer Eigentümerversammlung oder im Rahmen eines Telefonats mal schnell das Gegenteil beweisen!“)
- Hat man mit einer einzelnen Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) zu viel Arbeit und Stress, eventuell weil einzelne Eigentümer auf die Pflichten der Hausverwaltung und auf die eigene Untätigkeit hinweisen, wird es Zeit, diese loszuwerden. Dies passiert automatisch, wenn der Verwaltervertrag ausläuft und nicht erneuert wird. Ansonsten kann man das Amt des Verwalters auch einfach so vor Ablauf der Vertragsfrist niederlegen. Das Risiko, mit rechtlichen Schritten seitens der WEG für eine vorzeitige Niederlegung des Verwalteramtes rechnen zu müssen, ist überaus gering. Die meisten Eigentümer kennen sich damit nicht aus, außerdem kann man die stumpfe Masse beispielsweise in einer außerordentlichen Eigentümerversammlung – wie man es schon sooft zuvor getan hat – anlügen. Persönliche Schicksalsschläge und vermeintliche schwere Krankheiten eignen sich Ausrede perfekt. Ansonsten kann man auch auf kritische Eigentümer verweisen und diese als Querulanten bloßstellen. Die Masse der Eigentümer wird sich darüber vielleicht sogar noch freuen. Nun haben die Verwaltungen mehrere Monate und Jahre gut verdient, ohne viel zu tun – und haben nun die Zeit, wieder neue blauäugige Wohnungseigentümergemeinschaften zu finden, die einen Verwalter suchen. Parallel zu den Schicksalsgeschichten läuft die Werbekampagne im Internet und es werden neue, einfach zu verwaltende Objekte angenommen.(„Werde jede WEG möglichst schnell los, sobald sie Dir zu viel Arbeit bereitet und Du mit den Standardlügen nicht mehr weiterkommst!“)
- Nach mehreren Jahren haben sich die Eigentumsverhältnisse in manchen WEGs vielleicht so sehr geändert, dass man es als WEG-Verwalter – dank neuer oder noch immer naiver Eigentümer – ein weiteres Mal schafft, bestellt zu werden und erneut an dieser WEG zu verdienen – ohne einen angemessenen Gegenwert, der etwa in der Durchführung der Kardinalpflichten besteht, bereitzustellen. („Man merke: Manche Wohnungseigentümergemeinschaften kann man sogar zwei Mal veräppeln!“)
Was schlechte Hausverwaltungen erst möglich macht.

Das oben beschriebene Agieren manch einer unseriösen Hausverwaltung ist leider gar nicht so selten und wird durch Wohnungsbesitzer manchmal in Teilen oder sogar fast in Gänze erlebt. Die wesentlichen Grundlagen, damit eine solche Strategie für eine unseriöse oder vielleicht sogar kriminelle Hausverwaltung aufgeht sind:
- Eine Region, in der es zu wenig Hausverwaltungen gibt und in der den Wohnungseigentümergemeinschaften nicht viele Alternativen bereitstehen.
- Unwissenheit und Naivität eines großen Teils der Eigentümergemeinschaften. Man will seine Ruhe und die anderen Verwalter sind ja schließlich auch schlecht gewesen.
- Eigentümergemeinschaften, die in sich zerstritten sind und in denen ausreichend Miteigentümer vorhanden sind, die sich instrumentalisieren lassen können.
- Mitarbeiter, die bei einem solchen Spiel mitmachen und bereit sind, den Frust über den WEG-Verwalter aufzufangen und für diesen zu lügen.
Natürlich ist eine solche Strategie auch mit gewissen Risiken verbunden, die sich niemals zu 100 % ausschließen lassen:

- In Hausverwaltungen, die sich für ein unseriöse Geschäftsgebaren entschieden haben, ist die Arbeitsstimmung meistens schlecht. Nur selten erhalten die Mitarbeiter positive Anrufe oder E-Mails. Die ganze Unzufriedenheit einzelner Wohnungseigentümer muss aufgefangen werden, was der WEG-Verwalter selbst nicht tun kann und will. Dementsprechend kann die Fluktuation der Mitarbeiter sehr hoch sein und unter Umständen leidet der Ruf als Arbeitgeber so sehr, dass man keine Bewerber mehr findet.
- Für eine unseriöse Hausverwaltung können die Geschäfte über einen längeren Zeitraum „gut laufen“, bis sich von dem einen Moment zum anderen alles ändert. Es reicht manchmal ein Eigentümerwechsel, damit der ganze „Betrug“ auffällt. Besonders problematisch können neue Eigentümer sein, bei denen es sich zum Beispiel um Rechtsanwälte, Juristen oder Verwaltungsbeamte handelt. Solchen Personen kann ein schlechter Verwalter nur wenig vormachen, denn sie kennen sich meistens gut im Wohnungseigentumsgesetz aus und können sich schnell in die Verwaltungsmodalitäten für Wohnungseigentum einarbeiten.
- Fragwürdige WEG-Verwalter können nie ganz sicher sein, dass sie nie zivilrechtlich verklagt werden oder gar eine Strafanzeige erhalten, wenn sie Gelder veruntreut haben. Kommen die eigenen Machenschaften vor Gericht, haben solche Hausverwaltungen unter Umständen ein echtes Problem.
- Der ländliche Raum mag in vielen Bereich zwar anderen Regeln als etwa der Großstadt unterliegen, doch auch dort gibt es das Internet. Wer schlecht verwaltet, muss immer damit rechnen, im Internet bewertet zu werden und seinen „guten Ruf“ zu verlieren.
- Unter Umständen treffen unseriöse Verwalter oder deren Mitarbeiter auch im Privatleben auf Eigentümer, die sich geschäftlich „über den Tisch gezogen“ haben und müssen sich unangenehmen Situationen stellen. Welcher WEG-Verwalter möchte schon beim Familienausflug oder bei einem Fußballspiel auf ehemalige „Kunden“ treffen, die er zuvor in Eigentümerversammlungen angeschrien oder denen gegenüber er Drohungen ausgesprochen hat? Solche Verwalter gehen also immer das Risiko ein, auch ihren persönlichen Ruf zu verlieren und gesellschaftlich gemieden zu werden.
Die charakterlichen Merkmale unseriöser Hausverwalter!
Als Leser mag man sich nun die Frage stellen, welchen Charakter man als Hausverwalter haben muss, um sich zu einem unseriösen Geschäftsgebaren hinreißen zu lassen. Hier kann man nur Mutmaßungen anstellen, aber einige Dinge fallen immer wieder auf:

- Geld muss für solche Personen eine sehr wichtige Rolle spielen. Sie wollen viel Geld verdienen und möglichst wenig Arbeit haben. Das ist jedoch in der Regel ein Widerspruch zur Selbständigkeit. Nicht umsonst heißt es in Bezug auf die Selbstständigkeit „Alles selbst und das ständig.“. Nur selten ist die Kombination wenig Arbeit – viel Geld mit einer verantwortungsvollen Arbeitseinstellung zu realisieren.
- Neben Geld ist die Anerkennung durch Andere für diesen Typ Mensch sehr wichtig. Nicht selten lassen sich solche Verwalter gerne in den Lokalmedien als erfolgreiche „Entrepreneure“ feiern und stellen ihren vermeintlichen Reichtum gerne zur Schau. Ebenso gerne wird mit dem Geschäftswachstum auch gerne ein großer Fahrzeugpark mit SUVs und vielleicht auch Sportwagen angeschafft.
- Manche unseriösen Verwalter scheinen notorische Lügner zu sein, die schon fast gar nicht mehr anderes können, als die Wahrheit zu verbiegen. Oftmals haben sie die Fähigkeit andere Menschen vordergründig zu beeindrucken und zu blenden. Es können ausgezeichnete Redner sein, die andere für sich einnehmen können und überzeugend wirken.
- Eigennutz gewinnt. Sie muten ihren „Kunden“ bzw. Eigentümergemeinschaften etwas zu, was sie selbst von anderen Dienstleistern nicht akzeptieren würden. Hier sind Verwalter zu erwähnen, die nicht nur Eigentümer bei Kleinigkeiten niederbrüllen, sondern ebenfalls in einer solchen Art mit Handwerkern umgehen.
- In vielen Fällen sind unseriöse WEG-Verwalter extrovertierte Menschen, für die Geld und Ansehen eine sehr große Rolle spielen. Man zeigt sich gerne im Anzug und Krawatte sowie mit zahlreichen Statussymbolen. Fleiß und Ehrlichkeit sowie Transparenz sind für sie keine relevanten Kriterien, an denen sie ihr eigenes Handeln messen.
Unseriöse Verwalter und ihr Handeln im Fazit.

In diesem Artikel haben Sie erfahren, mit welchen Strategien Sie konfrontiert sein können, wenn Sie es als Wohnungseigentümer mit einem unseriösen Verwalter zu tun haben. Nicht alle erwähnten Punkte müssen zutreffen und der Mix an Methoden kann von Verwaltung zu Verwaltung unterschiedlich aussehen. Dennoch sollten Sie diese Vorgehensweisen kennen. Eingelesene Eigentümer, die auf ihre Rechte beharren und keine Kompromisse in Bezug auf eine ordnungsgemäße Verwaltung eingehen, sind eine große Gefahr für unseriöse Hausverwaltungen, denn erst Unwissenheit – gepaart mit Naivität und einem großen Harmoniebedürfnis – ist eine Grundvoraussetzung, damit die Strategien fragwürdiger WEG-Verwalter in der Praxis funktionieren. Derartige Verwalter wissen, dass sie ihr Geld bekommen und zwar unabhängig davon, ob sie ihre Arbeit gut erledigen und sich einsetzen oder eben nicht. Wir wünschen Ihnen, dass Sie einer derartigen Hausverwaltung nie begegnen!
Über die Autorin
Lisa Bönemann hat über mehrere Jahre hinweg als Eigentümerin die verschiedensten Hausverwaltungen kennengelernt: engagierte und kompetente Verwaltungen sowie leider auch weniger gute, bei denen die Post monatelang auflief. In dieser Zeit hat sie sich intensiv in das Thema Hausverwaltung einarbeiten müssen und festgestellt, dass es im Internet nur wenig Informationen für Wohnungseigentümer gibt. Um dies zu ändern, hat sie das Portal Hausverwaltung-Ratgeber.de gegründet.
Vielen Dank! Diesen Artikel ist sehr behilflich. Ich bin auf genau so einen betrügerischen Verwalter reingefallen. Zu erst hatte ich ein sehr unfreundlicher Verwalter, der meine Interesse nie vertreten hat. Dann habe ich ein anderen getroffen, der mir Mut gemacht hat, dass alles sich regeln lässt. Ich habe zu ihn gewechselt und er hat immer gesagt, dass er dies und das für mich macht, aber nichts war getan bis vor kurzem seine Lügen deutlich ans Licht kamen. Kann mir jemand einen guten Verwalter empfehlen?
Vielen Dank für diese Informationen.
Unsere Hausverwaltung handelt nach ihren eigenen Vorstellungen, ohne Bezug auf das WEG: immer noch Treuhandkonten, kein Beschlussbuch, Beschlüsse werden nicht umgesetzt, große Summen ausgegeben ohne Beschlüsse (in den letzten drei Jahren mehr als € 30.000,00), immer nur ein Angebot eines Gewerks, keine Skontoabsprachen, keine Abnahmen, Rechnungen werden nicht kontrolliert, sodass überhöhte Zahlungen geleistet werden, Verträge ohne Absprache mit den Eigentümern bzw. auch gegen deren Votum geschlossen, bei der Belegprüfung wurde die Einsicht in die gewünschten Unterlagen verweigert, unsere Abrechnungen sind falsch, im vergangenen Jahr wurde die ETV verweigert usw.
Seit 2006 wohne ich als Eigentümerin in dieser Gemeinschaft (13 Einheiten). Wenngleich mir vieles merkwürdig erschien, so habe ich bis zum vergangenen Jahr nichts hinterfragt. Nachdem ich mich erstmalig zur Belegprüfung bereiterklärt hatte, habe ich mich belesen und die vielen falschen Vorgehensweisen zwar erkannt, gleichwohl aber keine Absicht dahinter erkannt.
Mit der Bitte um Vorlage der notwendigen Unterlagen entsprechend der angelesenen Vorschriften wendete sich das Blatt. Die meisten Unterlagen wurden mir verweigert, sodass ich die Prüfung zwar nicht wie ursprünglich gedacht durchführte, aber abschloss. Letztlich verfasste ich eine Stellungnahme über den Ablauf (fehlende Kooperation der Verwaltung) und führte Fragen an, die sich aus der Prüfung ergaben.
Eine solche Stellungnahme, obwohl sie überall beschrieben wird, hatte es vorher nie gegeben; ich verschickte sie aus “Sicherheitsgründen” selbst an alle Eigentümer. Obwohl ein großer Raum mit notwendigem Sicherheitskonzept seit Mai zur Verfügung stand, wurde die ETV immer weiter nach hinten geschoben, bis sie im November aufgrund der verschärften Corona-Lage abgesagt wurde.
Als Ersatz sollten die Eigentümer der Verwaltung Vollmachten ausstellen – zur Entlastung der Verwaltung wie auch des Beirats sowie die Genehmigung der Jahresabrechnung. Obwohl keine Versammlung stattfand, wurde sie als solche ausgegeben, auch protokolliert.
Eine Klage beim Amtsgericht wurde eingereicht, zunächst nur aufgrund der Vorgehensweise der Verwaltung; bei der Überprüfung der Abrechnung stellte der Anwalt jedoch zusätzlich fest, dass die Abrechnung nicht alle notwendigen Bestandteile enthält, in sich völlig unschlüssig ist, ein unübersichtliches Konglomerat an Zahlen ohne Aussage.
Auch das Verhalten der Verwaltung mir gegenüber entspricht den Lehrbüchern. Abgesehen davon, dass sie ihren Aufgaben mir gegenüber nicht nachkommt, entspricht der Umgang Mobbing.
Abgesehen davon, dass ich nicht nachvollziehen kann, dass die Verwaltung bis heute das 2007 reformierte WEG nicht einbindet, nichts ändert, weiterhin lügt etc. möchte ich, dass das bekannt wird. Mit Sicherheit bin ich nicht die einzige, deren Altersabsicherung in einer Wohnung liegt; nun fürchte ich, dass die großzügigen Ausgaben der Verwaltung (bevorzugt für zwei von drei großen Wohnungen) ohne Absprache mit uns, den Eigentümern, jegliche Information gefährdet ist.
Jetzt schon danke für Ihre Unterstützung, Ihren Rat.
Mit freundlichen Grüßen
H. Schork
Vielen Dank für diesen Beitrag.
Wie meine Vorgängerin, so bin auch ich in einer WEG gelandet, wo die Mehrheitseigentümer sich einen Verwalter aussuchen, der das umsetzt, was sie wollen. Diese Mehrheitseigentümer haben in der Vergangenheit mehrfach Beschlüsse gefasst, die nie umgesetzt wurden, so auch von dem amtierenden Verwalter bei meinem Kauf. Ein Stellplatz wurde nicht mit Vollzähligkeit aller Miteigentümer zum Fahrrad-Stellplatz umbeschlossen, dieser gehörte jedoch einem (neuen) Miteigentümer, der gar nicht auf der Versammlung und darüber unwissend war. Der Verwalter stellte das WEG-Protokoll (erst) pünktlich mit Ablauf der Enspruchsfrist zu. Ein parallel laufender, notariell beglaubigter und grundbuchlich eingetragener Tausch mit diesem nicht anwesenden Eigentümer brachte den falschen Beschluss dann nach Zustellung des Protokolls ans Tageslicht. Meinem Verlangen, diesen Beschluss zurückzunehmen, wollten die Mehrheitseigentümer nicht nachkommen, erst ein eingeschalteter Rechtsanwalt konnte Abhilfe schaffen, denn meine Grundbucheintragung der bereits bezahlten Wohnung hing von diesem Akt ab. Der Verwalter legte dann aufgrund “erheblicher Diskrepanzen” mit mir (es gab jedoch nur Schriftwechsel mit meinem RA) außerordentlich sein Amt nieder. Ggf. befand sich dieser in einer ausweglosen Situation, da die Mehrheitseigentümer auf der anderen Seite Druck auf ihn ausübten, der Rücknahme nicht Folge zu leisten. Ein von mir dann besorgtes Angebot eines neuen Verwalters wurde von den Mehrheitseigentümern unterschlagen, einer der Mehrheitseigentümer stellte sich “netterweise” zu den Konditionen Vor-Verwalter für ein Jahr zur Verfügung, denn andere Verwalterangebote habe es keine gegeben. Danach ließ er sich einen VW-Vertrag durch eine weitere Mehrheitseigentümerin unterschreiben, der jenseits den Konditionen des VW-Vorvertrags lag, ein über mehrere Tausend Euro großes Guthaben (resultierend aus meinem Kauf) wurde mir über von diesem nicht zeitgemäß ausgezahlt. Die Zweitunterschrift des Verwalter-Vertrags holte er sich von meinem (neuen und jungen) Stellplatz-Tauschpartner, der unterschrieb, ohne je den Vertrag gelesen zu haben und dieser erhielt auch keine Kopie dessen, was er unterschrieben hatte. Ging ich davon aus, dass der zurückgetretene VW das große Guthaben an meine Verkäuferin (aus Wut über mich) ausgezahlt hatte, erfuhr ich erst auf Anfragen über ein Jahr später bei unserem Mehrheitseigentümer-VW, dass das Geld dort noch liegt. Ein gleichzeitig bei mir durch Gemeinschaftseigentum verursachter Wasserschaden im Sondereigentum, der von diesem VW auch nicht ordnungsgemäß bei der Versicherung gemeldet wurde (nur angeblich telefonisch, die Versicherung würde nicht bezahlen), brachte bei mir das Fass zum Überlaufen. Ich beschwerte mich offiziell über ihn, besorgte 2 neue Alternativ-Verwalterangebote, die ich allen kurzfristig aushändigte. Hatte sich der Mehrheitseigentümer-VW für die kommende WEG-Versammlung in der Einladung offiziell zur weiteren Verwaltertätigkeit zur Verfügung gestellt, so zog er auf der Versammlung selbst dieses Angebot zurück und brachte einen gänzlich unbekannten (3.) neuen VW ins Spiel… ohne Anschreiben oder irgendeine Historie über diesen erzählen zu können, geschweige denn, diesen in Google finden zu können. Mehrere Anfragen von mir, wer das sei, wurde von den Mehrheitseigentümern mit Schweigen beantwortet. Die von mir eingebrachten 2 VW-Angebote wurden von der Mehrheitseigntümerschaft (erwartungsgemäß) nicht gewählt, sondern dieser unbekannte. Da mir auffiel, dass unsere Konten noch Treuhandkonten waren (vom Mehrheitseigentümer-Verwalter mündlich in der Versammlung bestätigt, aber nicht beachtet), las ich alte Protokolle durch. Dort sah ich diesen “unbekannten” neuen (3.) Verwalter als ehemaligen Sitzungsleiter unserer WEG, der sogar die Einrichtung dieser Treuhandkonten protokolliert hatte. In keinem der späteren Protokolle wurde je die Umwandlung dieser Konten in offene Fremdgeldkonten beschlossen noch protokolliert, dieser “unbekannte” Verwalter behauptet bis heute jedoch, dass sie offene Fremdgeldkonten seien… ohne Beweis, den ich forderte. Bei der Akteneinsicht gab er an, keine Altaktenbewältigung wegen mir machen zu wollen, er habe zu viel zu tun. Er nahm aber meine Recherche als Affront gegen mich. Seitdem werde ich von ihm gemobbt, wo es geht, vor allem, da ich den Vor-vor-Verwalter bereits unverschämt behandelte hätte und so auch den Mehrheitseigentums-VW. Der “unbekannte” neue Verwalter lügt nun wie gedruckt und behauptet jetzt, ich würde Handwerkern den Zutritt verwehren… hat er tatsächlich einen von der WEG gefassten Beschluss aus 08/2020 über einen namentlich genannten und von mir besorgten Handwerker über 9 Monate nicht umgesetzt und schickt nun auf eigene gesehene Notwendigkeit einfach neue Handwerker zu mir, denen ich angeblich Zutritt verwehren würde. Gleichzeitig erfuhr ich von einem Handwerker, der Garantiearbeiten nachbessern musste und der für den Vor-vor-Verwalter berichtet weiterhin regelmäßig tätig ist, dass der “unbekannte” neue Verwalter für den Vor-vor-Verwalter längere Zeit tätig war, er sogar dessen GmbH zum Nulltarif aufkaufen wollte und die Frau dieses “neuen” Verwalters mit diesem Vor-vor-Verwalter sogar näher verwandt sei. Zudem seien der neue Verwalter und der Mehrheitseigentümer-VW gut befreundet. Will man mir nun das Vergraulen von 3 Verwaltern vorwerfen, so sehe ich hier ein inzwischen mir gegenüber aggressives Konglomerat, das sich um die Mehrheitseigentümer schart und das sich nun komplett gegen mich wendet, da ich sachlich Dinge hinterfrage. Wie bereits oben geschldert, wurden von diesen nicht nur Beschlüsse nicht umgesetzt, sondern auch teure Maßnahmen mit nur einem Angebot in der Vergangenheit durchgeführt, beispielsweise ein Hausanstrich wurde von diesen alleine beschlossen (nicht vollzählig mit den gesamten Eigentümern), der Preis belief sich auf 7 T€, berechnet wurden am Ende über 10 T€. Auch entscheidet die Mehrheitseigentümerschaft permanent Ausnahmeregelungen außerhalb von WEG-Versammluungen. Ich komme mir hier vor, als säße ich in einem Krimi…
Vielen Dank für den Artikel. Auch wir sind Opfer einer betrügerischen Hausverwaltung geworden und stehen nun vor dem Gang zum Gericht. Gelinde gesagt wurden wir vor einigen Jahren Kunde der Hausverwaltung [Name anonymisiert] aus Berlin, welche in erster Linie auch sehr positiv auftrat und uns das blaue vom Himmel versprach. In den folgenden Jahren erhärtete sich jedoch der Verdacht das Gelder veruntreut wurden und teilweise über Scheinfirmen falsch abgerechnet wurde, um die Gelder der WEG abzukassieren. Ich kann nur jedem raten eine große, seriöse Hausverwaltung aufzusuchen und sich nicht auf solch kleine, gerade gegründeten Unternehmen zu verlassen. Dafür ist einfach zu viel Geld im Spiel.